Pendulum – Metronom-Apps

Früher, als ich mit Trommeln begann, hatte ich mein erstes Metronom gebraucht gekauft. Es war ein schwarzes Wittner Taktell Piccolo, das immer dann gleichmäßig tickte, wenn es etwas schief stand. Später kaufte ich mir dann ein digitales Taktell mit Drehregler und 9-Volt Block-Batterie. Das lief ganz gut und war immer gut zu vernehmen – auch wegen der kleinen LED, die jede Zählzeit mit einem roten Blitz auf die Netzhaut schrieb.

Metronom Nummer 3 war gleichfalls digital, statt Drehregler inzwischen mit einer LCD-Anzeige und Folientasten. Das war nicht  chic, aber wunderbar schlank. Und im Gegensatz zu den anderen beiden ist es nach wie vor in meinem Besitz. Nur ist sein Piepsen zu schrill. Und wir schreiben 2021. Und ich habe ein Smart-Device, mit dem sich sogar telefonieren lässt. Darum habe ich eine Metronom-App fürs Trommeln gesucht.

Metronom-Apps gibt es Unmengen in den einschlägigen App-Stores. Viele sind kostenlos und manche taugen sogar was. Als ich wieder anfing zu trommeln wollte ich gezielt auch an meinem Timing arbeiten. Darum habe ich mir einen ganzen Schwung dieser Apps auf das Tablet geladen und einen Haufen davon wieder aussortiert. Geworden sind es dann sechs, ein bisschen zum Spaß und ein bisschen, weil manche tolle Spezialisten sind:

  • Click
  • Gap Click
  • Impulse
  • Metronome+
  • Poly Metronome
  • Tempo

Die Apps, die geblieben sind, stelle ich Ihnen im folgenden vor – in alphabetischer Reihenfolge und mit einem Fazit zum Schluss.

Noch zwei kleine Anmerkungen vorweg: Alle Screenshots der Apps sind gemacht, während Sie in Betrieb waren. Daher unterscheiden sie sich etwas von den Prospekt-Abbildungen im App-Store. Und App-Store heißt, das ich sie auf iOS ausprobiert habe. Leider gibt es nicht alle getesteten Apps auch für Android, aber immerhin zwei der fünf doch: Gap Click von Benny Greb und Tempo.

 

CLICK

Wer häufiger auf Youtube Lehrvideos von US-Trommerln schaut, wird das kostenlose Metronom Click vermutlich schon gesehen haben. Optisch ansprechend und mit einer narrensicheren Bedienung bietet es erfreulich viele Optionen für eine freie Software.
Im Kern besteht die App aus zwei Elementen: dem Zähler und dem Bedienpanel. Letzteres lässt sich auf der linken oder rechten Seite des Bildschirms platzieren. Sein Angebot umfasst.

  • Taktarten : – 1/2 bis 7/2, 1/4 bis 7/4 sowie 3/8 bis 11/8
  • Tempo – 10 bis 400
  • Akzent auf 1 – ja/Nein
  • Bildschirm-Blitz auf 1 – Ja/Nein
  • Lautstärke
  • Sound – u.a. Cowbell, Woodblock, Claves, Gedämpfter Digital-Click
  • Unterteilung – Viertel; Achtel; Achtel-Triolen; Achtel-Triolen 1,3; Sechzehntel; Sechzehntel 1+4, Sechzehntel 1,2,4, Sechzehntel 1,3,4
  • Unterteilungs-Lautstärke – Equal / Soft
  • Display-Design – Zahlen, Blitz, Zeiger, Zeiger mit Zahl

Alle Einstellungen werden mit deinem Fingertip auf die gewünschte Option geöffnet und wie mit einem Drehrad vorgenommen. Auf dieselbe Weise lässt sich auch zur nächsten (oder überübernächsten) Einstellung wechseln. Der Rücksrung in die Übersicht erfolgt mit einem Pfeilsymbol im Innern des gefühlten Drehrads. Wer noch mal auf den Pfeil tippt, sieht das Menü als kleinen bunten Kreis nach oben an den Bildschirmrand verschwinden, das den Fokus auf das Wesentliche lenkt: Die Metronom-Zeiger, -Zahlen oder -Blitze.

Seine einfache Bedienung gepaart mit dem reduzierten Design und der überraschend vielfältigen Möglichkeiten zur Auswahl von Zeiten und Rhythmen macht Click zu einem sehr leicht zu verwendenden Metronom. Zudem bietet es die Möglichkeit, Playlists zu erstellen, was für Gigs und auch für manche Übungseinheit interessant sein dürfte.

Dass Click so ausgereift ist, mag auch daran liegen, dass sie Ryan Dillon schon 2014 in den App-Store eingestellt hat und sie aktuell bei Version 4.4 angekommen ist. Das einzige, was manchen Nutzer betrüben mag, ist, dass es sie ausschließlich im  Dark-Mode gibt. Aber das ist kein Grund zum Schwarzsehen – die App ist wirklich klasse.

 

GAP CLICK

 

Benny Greb ist ein fantastischer Trommler, ein guter Lehrer. Und vermarkten kann er sich auch ganz odentlich. Neben Videos und Büchern, Signature-Practice-Pads, -Becken, -Snaredrums und -Sticks gibt es sogar eine Metronom-App von ihm: Gap Click (die leider nur hochkant arbeitet). Verfügbar ist sie für iOS und Android – und soviel schon vorweg: Die Android-Version ist billiger!

Eine Free-Version der App gibt es nicht, wer Gap Click ausprobieren möchte, muss in Apples App-Store 3,49 Euro zahlen, im Google Play Store genügen 3,09 Euro. Die lohnen sich allerdings, wenn wesentlich mehr als 1-2-3-4 mit ein paar Triolen geübt werden sollen, denn der App-Name ist Programm: Klicks mit Lücken – das schult das Timing.

Das Design der App mit dem kreisrunden Regler in der Mitte erinnert an alte iPods. Das wirkt vertraut, und mit Blick auf die vielfältigen Möglichkeiten ist das gewiss ein Pfund. Und vielleicht auch der Grund, dass die App ausschließlich senkrecht gestellt werden möchte – für das Querformat ist kein Grafik-Template hinterlegt. Das ist misslich für manchen Tablet-Nutzer.

Der untere Bereich, der vom virtuellen Click-Wheel dominiert wird, ist für die grundlegenden Einstellungen zuständig:

  • Tempo – 10 bis 250
  • Taktart – 3/4, 4/4, 5/4 und 7/4
  • Klang – Digital, Agogo, Kastagnetten, Rim Click, Cross Stick, Clave, Clave High, Clave #39
  • Akzent auf 1
  • Bildschirm-Blitz bei Pattern-Wechsel
  • Ruhezustand für Bildschirm ausschalten

Die letzten vier Einstellungen sind über das übliche Zahnrad-Symbol unten in der Mitte zugänglich, Tempo und Taktart lassen sich in Schaltflächen links und rechts unten im Start-Screen einstellen. Und auf dem gibt es ja noch die obere Hälfte, und die ist der eigentlich spannende Teil.

Aufgeteilt in zwei identische Bereiche mit den Überschriften CLICK und GAP ermöglichen sie es, die Anzahl der Takte (Bars) und deren Inhalt (Content) festzulegen:

Unter Click sind das die regulär gezählten Takte, wobei die Auswahl unter Content bestimmt, was gezählt wird: nur das erste Viertel, alle Viertel, alle Achtel, Achtel-Triolen, die ersten beiden Schläge einer Achtel-Triole, der erste und der dritte Schlag einer Achtel-Triole oder Sechzehntel.

Während Click immer aktiv ist, lässt sich Gap auch ausschalten. Dafür ist in diesem Bereich unter Bars einfach die Null zu wählen. Beide Seiten bieten maximal 8 Takte an, in denen die App so zählt, wie es unter Content vorgegeben ist.

Unter Gap werden im Grunde die Pausen geübt. Zur Auswahl stehen: eine Viertel-Pause, die den Gap-Teil faktisch stumm schaltet, Triolen ohne den ersten, mit nur dem zweiten oder nur dem dritten Schlag, eine Sechzehntel-Pause gefolgt von einer punktierten Achtelnote, eine Achtel-Pause gefolgt von einer Achtel-Note sowie eine punktierte Achtel-Pause gefolgt von einer Sechzehntel-Note. Lücken und Timing üben ist das Ziel, und das klappt mit der App ganz gut.

Zu bekritteln gibt es, dass die Auswahl der Taktarten recht übersichtlich ist und vor dem Einstellen der Sounds besser das Metronom gestartet wird, sonst hört man nämlich nicht, wie die Impulse klingen. Dass es nur das Hochformat gibt, hatte ich, glaube ich, schon erwähnt 😉

Charmant ist dagegen, dass die App beim Click-Teil einen grünen und beim Gap-Teil einen blauen Hintergrund hat, so dass sofort klar ist, auf welcher Einheit gerade der Fokus liegt. Und klasse ist natürlich die Grundidee an sich, die es ermöglicht, mit Gap Click sehr gezielt an seinem Zeitgefühl und an der Präzision im Detail zu arbeiten.

 

IMPULSE

Ein weiteres Freeware-Metronom ist Impulse, und es ist in mancherlei Hinsicht besonders. Da ist zum einen die sehr minimalisierte Erscheinung: Ein schwarzer Bildschirm mit ein paar Punkten und Ringen in der Mitte, ein Textfeld oben und ein paar Icons sowie die Tempo-Einstellung unten. Das war’s.

Allerdings ist es wie so oft im Leben: Was auf den ersten Blick so ganz unscheinbar ausschaut, hat einiges zu bieten. Was das genau ist?

Das Textfeld gibt an, welches Preset gerade gewählt ist. Dieses wird im unteren Bereich mit dem ersten Icon einer Vierergruppe ausgewählt. Zur Verfügung stehen vom Start weg:

  • None (Nichts)
  • 3/4 Sixteenth Notes (Sechzehntel-Noten
  • 12/8
  • 3 vs. 2 Polythythm
  • Subdivision Exercise (Unterteilungs-Übung)
  • Triplets vs. dotted 8th-16th (Triolen gegen punktierte Achtel und Sechzehntel)
  • Slowing Down (langsamer werden)
  • New (Neu)

None bietet dabei ein schlichtes Metronom, New ermöglicht es, eigene Rhythmus-Vorlagen zu gestalten.

Das zweite Icon nennt sich Sequences, eine Funktion, die erst noch geliefert werden soll und es dann ermöglicht, eigene Abläufe zu erstellen.

Das dritte Icon öffnet den Automator von Impulse, mit dem sich einstellen lässt, von welcher Schlagzahl zu welcher Schlagzahl geübt und in welchem Abstand in Takten um wie viele Schläge erhöht werden sollen. Als Voreinstellung heißt das dann:„Starte bei 80 Schlägen und erhöhe alle 10 Takte um 5 Schläge die Minute, bis du bei 120 angekommen bist.

Icon vier öffnet weitere Einstellungen, die folgendes ermöglichen:

  • Play audio when app is closed (Audio abspielen, wenn die App geschlossen ist)
  • Flash screen on downbeat (Bei voller Zählzeit den Bildschirm blitzen lassen)
  • Töne der vier möglichen Noten-Arten Betont, Ton, Reduziert, Stumm festlegen. Diese können später jeder einzelnen Zählzeit in jedem einzelnen Takt individuelle zugeordnet werden.

Die Sound-Auswahl umfasst 43 verschiedene Töne, die wie bei Gap Click erst zu hören sind, wenn die App aktiv ist. Leider sind die Namen nicht gerade selbsterklärend – 808 I, Valve III, Classic II oder Kitchen I müssen daher zusammen mit den anderen durchgehört werden, wenn eine bewusste Auswahl getroffen werden soll. Dafür kann man sich dann einen einzehlen Takt anlegen, der jeden möglichen notenwert einmal anzeigt und ds Tempo auf 40 reduzieren. Dann lässt sich alles gut erkennen, nebenbei eine kleine Favoritenliste anlegen und schnell eine neue Auswahl treffen.

Was in diesem Zusammenhang schade ist: Es fehlt die Einstellung „Silence“ – also Stille. Impulse macht also immer ein Geräusch, auch da, wo man gerne eine Pause hätte oder einfach einen Takt lang ohne Hilfsgeräusche sauber durchkommen möchte.

Was den besonderen Wert von Impulse ausmacht, ist, dass verschiedenste Taktarten nebeneinander gestellt werden können, um diese im Zusammenspiel zu üben. Das wird Prog-Rock-Trommler freuen, die ihre 11/8 in zwei 4/4 und einen 3/4 aufteilen können, und ebenso all jene, die verschiedene Unterteilungen im Verbund übern möchten, zum Beispiel Triolen und Viertel gegen Quintolen und Triolen im Wechsel – Sie ahnen, was ich meine.

Noch charmanter ist, dass die Notenwerte und die Anzahl der Takte direkt auf dem Screen geändert werden können, da jede Spalte oben ein Minus und unten ein Plus und die oberste Zeile links ein Minus und rechts ein Plus zeigt, mit denen sich direkt die jeweilige Anzahl an Takten (+ und – der oberen Zeile) oder die Anzahl der Noten (+ und- an jeder Spalte) einstellen lassen. Damit wird die App sehr flexibel und einfach zu bedienen.

All diese Aspekte machen Impulse bei aller Schrulligkeit zu einem exquisiten Werkzeug, um sich mit ungewöhnlichen Taktarten und mit variierenden Schlagarten zu beschäftigen. Und das alles gibt es für lau.

 

METRONOME+

Metronome+ macht im ersten Moment den Eindruck des Minimalisten unter den Zeitzählern. Aber auch diese App hat zwei interessante Extras: Ein Stimmgerät und einen Bereich für Aufnahmen für mehr Computer-Piepsen mit Analog-Klopfen zur späteren Nachkontrolle.

Auch Metronome+ ist sehr aufgeräumt. Im oberen Fensterbereich präsentiert sie fünf Icons für die Kernfunktionen:

  • Metronom
  • Aufnahme
  • Stimmgerät
  • Automator
  • Voreinstellungen

Das Tempo lässt sich zwischen 30 und 300 einstellen. Erledigt wird das mit einem sogenannten Scroll-Whell im unteren Bereich der App. Ergänzt ist das Pseudo-Rad links durch ein Minus und rechte durch ein Plus, die dauerhaft berührt ebenfalls rauf- und runterzählen und für eine präzise Tempowahl angetippt werden können.

Im Bereich Metronom bietet ein Icon mit drei Schiebereglern den Zugriff auf weiteren Einstellungen, es sind zehn an der Zahl:

  • Akzent: vier Viertel, die nach Bedarf aktiviert und deaktiviert werden können
  • Unterteilung: abhängig vom Takt Viertel, Achtel, Achtel-Triolen, Sechzehntel oder punktierte Viertel, Triolen, Sextolen
  • Taktart: 2/4 bis 6/4, 3/8 bis 12/8
  • Sound: Digital, Analog, Clave, Woodblock, Shaker, Tick
  • Farbe: Blau, Grün, Türkis, Violett, Geld, Orange, Schwarz
  • Multitasking: Ein/Aus
  • Scroll-Richtung umkehren: für die Einstellung der Schlage pro Minute, Ein/Aus
  • Akzent auf Schlag 1: Ein/Aus
  • Komplexe Unterteilungen: Ein/Aus
  • Lautstärke bei App-Start stumm schalten: Ein/Aus

Auch Metronome+ möchte, dass für die Sound-Auswahl das Metronom vorab gestartet wird. Im Alltags-Betrieb huscht im Metronom-Betrieb eine senkrechte Linie von links nach rechts und zurück, um die ganzen Zählzeiten zu markieren. Wer für als Untergeilung Achtelnoten wählt, wird durch ein munteres Klang-Potpourri bei Laune gehalten – Humor vorausgesetzt.

Metronom+ ist eine eher schlicht gehaltene App, die alle wichtigen Grundfunktionen für das tägliche Üben mitbringt und die mit der Aufnahme-Funktion lästiges herum hantieren mit mehreren Geräten oder den Wechsel zwischen Apps eliminiert. Das ist eine prima Idee und sollte eigentlich zu jeder ernsthaften Metronom-App gehören.

 

POLY METRONOME

Wer sich gezielt mit Polyrhythmik befassen möchte, kann einen Blick auf das App Poly Metronome werfen. Es gibt eine kostenlose Variante von ihr, die Grundfuntionen bitete. Für 4,49 kommen Unterteilungen, blinkende LED-Icons, Vibration, ein Practice-Bereich und natürlich die Polyrhythmen dazu.

Ähnlich wie Impulse arbeitet Poly Metronome mit Punkten. Sie sind allerdings mit der Logik eines Ziffernblattes im Kreis angeordnet und werden von einem Zeiter abgefahren. Dieser startet immer oben, quasi auf zwölf Uhr, und wandern dann im Uhrzeigersinn einmal herum, wobei jeder Kreis auf seiner Bahn hervorgehoben wird, wenn er über ihn hinweg steicht.
Als Funktionen bietet Poly Metronome:

  • Tempo – 1 bis 600
  • Notenwerte – 1/1 bis 16/1, 1/2 bis 16/2, 1/4 bis 16/4, 1/8 bis 16/8, 1/16 bis 16/16 und 1/32 bis 16/32
  • Unterteilungen – Viertel, Achtel, Triolen, Achtel-Pause mit Achtel-Note Triole ohne erste, zweite oder dritte Note, Sechzehntel sowie Sechzehntel-Pause mit Sechzehntel-Note alternierend, zwei Sechzehntel- gefolgt von einer Achtel- und eine Achtel- gefolgt von einer Sechzehntel-Note, eine Achtel- und eine Sechzehntel-Note sowie eine Sechzehntel- und eine Achtel-Note… – die Liste ist noch eine Spur länger, aber blöd zu beschreiben. Ich bitte um Nachsicht.
  • Setlist für Übungen (Practices)
  • Anzeige der gewählten Polyrhythmik
  • Auswahl von Akzenten für die einzelnen Zählzeiten des Metrums
  • Töne (Metrum): Classic, Claves, Shaker, Logic, Cowbell, Doumbek, Klank, Korg, Tambourine, Wood Block
  • Töne (Polyrhythmen, für jede Spur separat): Polythythm 1 oder 2, Cowbell, Electric, Ping, ChChick, Classic, FX, Seiko

Ist alles eingestellt, kann es schon los gehen. Allerdings tut jeder, der es nicht gewohnt ist, Polythythmen zu hören, gut daran, das Tempo langsam bis mäßig zu wählen, sonst ist der Rausflug garantiert. Ist das System verstanden, bietet Poly Metronome allerdings eine prima Hilfestellung, noch mehr Kontrolle und Überblick über die Tätigkeit der eigenen Hände zu bewahren. ich würde sagen: Zweck erfüllt.

 

TEMPO

Tempo gibt es in einer kostenlosen und einer kostenpflichtigen Version für iOS und Android. Erfreulicher Weise bietet aber schon die kostenfreie Variante praktisch alles, was nötig ist.

Die wählbaren Tempi bewegen sich zwischen 10 und 800 (!) BPM, die italienischen Zeit-Bezeichnungen gibt es ebenfalls. Als Takte bietet sie 1/4 bis 4/4, wobei sie je ein Viertel hochzählt, sowie 3/8 bis 12/8, hier werden je 3 Achtel hochgezählt. Macht in Summe acht Zählzeiten, das für viele Fälle schon reicht.

Ebenfalls im Angebot sind unterschiedliche Notationen, die gezählt werden: Vierte, Achtel, Sechzehntel, Achtel-Triolen, Achtel-Triolen mit ausgelassenem mittlerem Schlag – also ein Swing-Beat – und Sechzehntel mit nur der ersten und letzten Note der Viertel-Zahlzeit gespielt.

Wer mag, kann die einzelnen LED genannten Punkte, die volle Noten der gewählten Taktung repräsentieren, durch Antippen verändern. Sie können dann normal klingen, in zwei Varianten akzentuiert oder stumm geschaltet werden. Das ist klasse.

Charmant ist der Automator. Mit ihm lassen sich Tempo-Änderungen programmieren, sowohl nach oben als auch nach unten. Der Sprung zum nächsten Tempo kann nach Takten oder Zeit vorgegeben werden. Zudem kann der Automator Takte vorübergehend stumm schalten, was ein schönes Add-on ist, um das eigene Timing zu festigen.

Gleich neben dem Automator residiert der Tracker. Seine Aufgabe ist, den Zeitraum des Übens zu begrenzen. Das macht er nach maximal 999 Takten oder nach 59 Minuten und 59 Sekunden. Wer möchte, kann sich vom Tracker ein oder zwei Takte einzählen lassen, was der dann auf Englisch erledigt.

Mit weiteren Einstellungen lässt sich zwischen Hell-, Dunkel- und Mischmodus umschalten, eine Betonung des ersten Schlags festlegen, der Bildschirm dauerhaft einschalten, ebenso der Energiesparmodus (was widersprüchlich wirkt).

Als Töne stehen zur Verfügung: Digital, Analog, Piepsen und Hölzer, als optische Orientierung kann zwischen LEDs, Pendel, Vollbild-Blitzen und Blitz bei jedem Beat gewählt werden und das einzeln oder zusammen. Zudem lässt sich zwischen kleinem und großem Pendel wählen und auch, ob es elastisch schwingen soll.

In der Pro-Version für 3,49 Euro gibt es unter anderem ein Stimmgerät dazu. Neu ist auch die Einstellung „Oberflächen-Modi“ , die es erlaubt, Zusammenstellung und Positionierung der einzelnen Komponenten der Anzeige zu verändern.

Die Themes haben in der Pro-Version von Tempo eine eigene Schaltfläche im Fuß der App bekommen, bieten zwei weitere Themes und vor allem den Designer, mit dem sich jeder sein eigenes blinkendes Lieblings-Farbchaos zusammen stellen kann – einschließlich Foto als Hintergrund, falls das gewünscht ist.

Aus dem Basis-Layout der App lässt sich in der Pro-Version jetzt in die – neuen – Bereiche Voreinstellungen, Setlist, Übung und Gig wechseln, die die verschiedenen Elemente der Metronom-App zweckorientiert rekombinieren.

Die BPM können jetzt für Halbe-, Viertel- oder Achel-Noten gezählt werden, zudem steht auf Wunsch ein Auto-Stop zur Verfügung.

Als Taktarten stehen von 1/2 bis 13/2 über 1/4 bis 13/4 und 3/8 bis 12/8 deutlich mehr Zählvarianten zur Auswahl, und die beiden Spezis 5/8 und 7/8 können sogar in unterschiedlichen Unterteilungen akzentuiert werden, z.B. mit 2-2-3 für einen 7/8.

Die Tonauswahl ist in der Pro-Version kräftig gewachsen. Die möglichen Einstellungen sind Digital, Analog, Piepsen 1, Piepsen 2, Elektro, Traditionell, Hölzern, Shaker, Tamburin, Kuhglocke, Claves, Hand klatschen, Schlagzeug 1, Schlagzeug 2, Profi sowie Stimmzähler und Stimmzähler Minus.

Wer besser fühlt als hört und sieht, kann zur Übermittlung der Zählzeiten in der Pro-Version auch Vibration wählen, und zwar für betonte und/oder unbetonte Noten.

Schließlich bietet die App verschiedene Steuerungs-Optionen, neben einem Annäherungs-Sensor, der beispielsweise den nächten Song anwählt, kann auch ein iRig BlueBoard, ein BT-105/DIGIT oder ein DIGIT II als Steuergerät verbunden werden. Dazu gibt es eine nicht näher definierte Fernsteuerung zur Auswahl.

 

Fazit

Die hier vorgestellten Metronom-Apps sind nur die Spitze des Eisbergs, der durch den App-Store treibt. Sie sind alle gute Metronome, die sauber ihre Impulse abliefern und beim Üben untersützten. Allerdings zeichnet sich jede von ihnen durch verschiedene Aspekte aus, die einen näheren Blick rechtfertigen. Zudem sind sie kostenlos – und wenn nicht, sind sie immerhin recht günstig.

  • Click ist eine minimalistische Lösung, die dabei sehr attraktiv wirkt und schon viele Funktionen mitbringt. Sie ist bei Trommlern populär, weil sie sich in der Darstellung auf das Wesentliche Geschränkt und als einzige Metronom-App Zahlen anzeigt und mitzählt, wenn das gewünscht ist.
  • Metronom+ ich gleichfalls minimalistisch, und während ich kein ausgeprägter Fan von Pendeln bin, finde ich die integrierte Aufnahme-Fuktion schon toll.
  • Impulse ist eine gute Wahl, um Triolen, Quintolen, Septolen und sonstige n-Tolen zusammen mit geraden Zählzeiten zu üben, auch wenn das Design etwas stark reduziert wirkt. Wenn man den Bogen raus hat, ist sie aber super.
  • Gap Click ist die professionalisierte Fassung von Impulse, könnte man meinen, sie hat aber einen anderen Ansatz: gradlinig vs. offbeat, mitgezähllt vs. selbst gezählt. Damit öffnet sie neue Ansätze zu üben und ist zugleich sehr attraktiv anzuschauen – für doppelte Motivation.
  • Poly Metronome ist das Mittel der Wahl, wenn Polyrhythmik zu üben ist, denn die App kann bis zu drei Metronome parallel laufen lassen – zum Beispiel eines für Triolen und eines für Viertel – die berühmten 3 gegen 4.
  • Tempo ist mein Favorit im Alltag. Ich mag die Sortierung des Screens, die Anzeige mit LEDs, die Möglichkeit, Farben anpassen zu können, und die Vielfalt der Ausstattung von Setlists über Automator bis zur Tonauswahl.

Und welche App ist für euch interessant? Schreibt gerne einen Kommentar – auch zu Android-Alternativen.

 

PS: Pendulum ist ein Titel vom gleichnamigen Solo-Album Pendulum des Bassisten Eberhard Weber

 

 


Abbildungen: Flamadiddle


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